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Maison RGB – Talais, AquitaineKonzept und Realisation
Ort und AusgangslageNachdem der ursprünglich geplante Bau eines Ferienhauses in Grayan nicht realisiert werden konnte, begann die Suche nach einem neuen Grundstück im Médoc. Obwohl das damalige Projekt die baurechtlichen Vorgaben erfüllte, wurde das Baugesuch aufgrund der geforderten Feuerwehrzufahrt in das leicht bewaldete Gebiet nicht bewilligt. Der Kauf konnte daraufhin rückgängig gemacht werden. Das rund 1.000 m² grosse Grundstück ist bis heute unbebaut und inzwischen nicht mehr als Bauland ausgewiesen. Schliesslich fanden wir in Talais, einem kleinen Ort südöstlich von Soulac-sur-Mer mit rund 720 Einwohnern, ein geeignetes Grundstück. Es liegt vollständig erschlossen innerhalb einer bestehenden Häuserzeile und schliesst eine bisher unbebaute Lücke zwischen überwiegend ganzjährig bewohnten Häusern. 2025 konnte zusätzlich das unmittelbar dahinterliegende Grundstück in zweiter Reihe mit nochmals rund 1.000 m² erworben werden. Dadurch öffnet sich das Grundstück heute weit in die rückwärtige Landschaft mit ihrem vielfältigen Baum- und Pflanzenbestand. Die Lage ist topografisch anspruchsvoll: Talais liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, das Grundstück selbst an einem Tiefpunkt der Strasse auf ungefähr zwei Metern über Meer. Bauen im ÜberschwemmungsgebietAufgrund der Hochwassergefährdung und des hohen Grundwasserspiegels musste das Wohnhaus gemäss den örtlichen Vorgaben deutlich über dem natürlichen Terrain errichtet werden. Die Wohnebene liegt rund 1,70 m über dem Boden und wird von Betonstützen getragen. Auch die architektonischen Möglichkeiten waren durch die damaligen Vorschriften eingeschränkt. Vorgeschrieben waren unter anderem ortstypische geneigte Ziegeldächer; gleichzeitig war der zulässige Fensteranteil stark begrenzt. Damit musste die ursprünglich für Grayan entwickelte Idee eines horizontalen, weitgehend verglasten Pavillons aufgegeben werden. Aus diesen Rahmenbedingungen entstand ein neues Konzept: ein langgestrecktes Holzhaus, dessen geschlossene und offene Bereiche, seine Erschliessung sowie die drei farbigen Querwände eine eigene räumliche Ordnung entwickeln. Orientierung und AussenraumDie Hauptfassade mit Veranda und Terrasse orientiert sich nach Süden. Sie richtet sich einerseits zur Strasse, andererseits über das Grundstück hinweg in die offene rückwärtige Landschaft. Vor dem Haus liegt eine knapp 70 m² grosse Terrasse; der Werkplan weist 67,5 m² aus. Sie wird von einer Pergolakonstruktion aus Lärchenholz überspannt, die das Material der Fassade aufnimmt. Auf der linken Seite geht diese Struktur in einen überdachten Carport über. Grundriss-1-50_v2025 Die Pergola bildet damit keine isolierte Ergänzung, sondern eine zweite, vorgelagerte Raumschicht zwischen Haus und Garten. Sie spendet im Sommer Schatten und erweitert den Wohnraum nach aussen. Energie- und GebäudekonzeptDie grössere, nach Süden ausgerichtete Dachfläche wird als Energiefläche genutzt und trägt eine Photovoltaikanlage mit rund 9 kWp Leistung. Das Warmwasser wird über eine Wärmepumpe erzeugt. Für Heizung und Kühlung dient eine Multisplit-Klimaanlage. Aufgrund des geringen Energiebedarfs des Holzhauses benötigt sie insbesondere während des Sommerhalbjahres nur einen kleinen Teil des gleichzeitig auf dem Dach erzeugten Solarstroms. Das Gebäude versteht sich damit als einfaches, weitgehend elektrisch betriebenes Solarhaus, bei dem Konstruktion, Gebäudetechnik und Energieerzeugung möglichst direkt miteinander verbunden sind. ErschliessungDer Hauptzugang erfolgt über eine zentrale Holztreppe zur erhöhten Wohnebene. Zusätzlich führt rechts eine lange Rampe entlang der Fassade zu den Schiebetüren der Schlafräume. Sie ist funktionales Erschliessungselement, prägt gleichzeitig aber stark die Erscheinung der Südseite. Der rückwärtige Technikbereich besitzt einen separaten Zugang über eine Stahlleiter mit Plattform. Eine weitere Leiter mit griffartigen Edelstahlbügeln – ähnlich den Einstiegen eines Swimmingpools – befindet sich am oberen Ende der Rampe. Dadurch verfügt das Haus neben dem Haupteingang über mehrere direkte Verbindungen zwischen Innenraum, Garten und Terrain. Grundriss und räumliche OrganisationDie Eingangstür führt unmittelbar in den grosszügigen Wohnbereich mit offener Küche. Der zusammenhängende Wohn- und Essraum umfasst laut Werkplan rund 44 m², die Küche weitere 6,5 m². Hier ist die gesamte innere Höhe des Hauses bis unter die beiden geneigten Dachflächen erlebbar. Grundriss-1-50_v2025 Seitlich des Eingangs liegt der Arbeits-, Werkstatt- und Servicebereich. Ein speziell entworfenes Möbel bildet hier gleichzeitig Theke, Ablage und räumliche Trennung. Einkäufe können direkt abgestellt, Schuhe ausgezogen und Jacken aufgehängt werden. In der Verlängerung des Eingangs fällt der Blick durch ein festverglastes Fenster bis in den rückwärtigen Garten. Im Gegensatz zum übrigen Haus ist dieser Bereich mit grossformatigen Schieferplatten belegt. Der dunkle Stein bildet einen bewussten Kontrast zum ansonsten verwendeten massiven Kastanienholzparkett und schafft zugleich einen robusten, brandschutztechnisch geeigneten Bereich für den vorgesehenen Schwedenofen. Die Schlafräume liegen im östlichen Teil des Hauses. Der Grundriss umfasst ein rotes Zimmer mit rund 8 m², ein grünes Zimmer mit rund 11 m² sowie ein blaues Zimmer mit knapp 12 m². Daran schliesst das Badezimmer mit rund 5,5 m² an. Grundriss-1-50_v2025 RGB – Rot, Grün, Blau
Namensgebend für die Maison RGB sind drei farbige Querwände, die das langgestreckte Haus in unterschiedliche Funktions- und Raumzonen gliedern. Die Farben werden nicht lediglich aufgemalt, sondern durch durchgefärbte MDF-Platten von Valchromat materialisiert. Die jeweilige Farbe setzt sich auf beiden Seiten der Wand und in den Tür- und Fensterlaibungen fort. Im Werkplan sind unter anderem Valchromat in Kaki, Rot und Blau ausdrücklich als Oberflächenmaterialien ausgewiesen. Grundriss-1-50_v2025 Die grüne Wand trennt den Service- und Eingangsbereich vom grossen Wohnraum. Hinter Küche und Wohnbereich markiert die rote Wand den Übergang zu den Schlafräumen. Weiter hinten bildet die blaue Wand die Grenze zwischen Schlafbereich und Bad. Das Prinzip wird durch farbige Türen und durch die Möblierung weitergeführt. So entstehen ein rotes, ein grünes und ein blaues Zimmer, ohne dass die jeweilige Farbe den ganzen Raum beherrscht. Im „grünen Zimmer“ beispielsweise übernehmen Möbel und Vorhänge die Farbzuordnung, während die Wände weitgehend neutral bleiben. Das RGB-Prinzip soll deshalb nicht als starres Gestaltungssystem verstanden werden, sondern als spielerische Ordnung: Die Farben geben Orientierung, schaffen Identität und setzen einzelne kräftige Akzente innerhalb des ansonsten zurückhaltenden Holzhauses. Bei der Ausführung durch die Holzbaufirma BMS wurden einzelne Farbtöne und Anschlüsse nicht in der ursprünglich vorgesehenen Präzision umgesetzt. Diese Bereiche sollen nachträglich überarbeitet werden. Licht als EntwurfsthemaTraditionelle und einfachere Wohnhäuser der Region besitzen häufig relativ kleine Fenster. Werden während der sommerlichen Hitze zusätzlich die Fensterläden geschlossen, entstehen entsprechend dunkle Innenräume. Bei der Maison RGB sollte trotz der damals geltenden Begrenzung der Fensterflächen das Gegenteil erreicht werden: helle Räume, lange Blickbeziehungen und eine möglichst differenzierte natürliche Belichtung. Grosse Fensterflächen nach Süden werden mit konstruktivem Sonnenschutz kombiniert. Zusätzlich gibt es zwischen Korridor und Schlafzimmern horizontale Fensterbänder. Sie transportieren Licht durch mehrere Raumzonen und erzeugen abhängig von Tages- und Jahreszeit wechselnde Lichtbilder. Dadurch entstehen auch überraschende Sichtbeziehungen: Vom Bett des grünen Zimmers lässt sich beispielsweise nachts durch das obere Fensterband der Himmel beobachten. Drei speziell entworfene MöbelDrei feste Möbel wurden speziell für das Haus entworfen und sind Bestandteil des architektonischen Konzepts. Im Eingangsbereich befindet sich ein kombiniertes Werkstatt-, Ablage- und Thekenmöbel. Zwischen Küche und Wohnbereich steht ein mit roten Valchromat-Platten verkleidetes Barmöbel, dessen Arbeits- beziehungsweise Abdeckfläche aus Schiefer besteht. Im Badezimmer wurde schliesslich ein dunkelgrauer Waschtisch mit integriertem Stauraum für Handtücher und Badutensilien entwickelt. Die übrige Möblierung ist bewusst einfach gehalten. Ein grosser Teil stammt aus dem IKEA-Programm: robuste, preiswerte Tische, Betten, Stühle und Regale. Auf eine luxuriöse Ausstattung wurde bewusst verzichtet. Einerseits soll das Haus zu einem späteren Zeitpunkt unkompliziert vermietet werden können, andererseits entspricht die einfache Möblierung dem gewünschten Charakter eines informellen Strand- und Ferienhauses. KonstruktionDas Haus basiert auf einem Betonfundament mit Betonstützen, über denen sich die eigentliche Wohnebene befindet. Darauf steht eine leichte Holzständerkonstruktion mit hinterlüfteter Lärchenholzfassade. Holz prägt damit sowohl die Konstruktion als auch das äussere Erscheinungsbild des Hauses und setzt sich in Terrasse, Pergola und Carport fort. Die konstruktive Logik bleibt bewusst ablesbar: ein massiver Sockel beziehungsweise Stützenbau als Antwort auf das Wasser, darüber ein leichter Holzbau zum Wohnen. RealisationDie Ausführung begann 2022 und erwies sich als wesentlich schwieriger und langwieriger als ursprünglich erwartet. Zeitweise stand das Grundstück infolge hoher Niederschläge und des hohen Grundwasserspiegels unter Wasser. Während dieser Phasen war eine Zufahrt mit schweren Baumaschinen kaum möglich. 2023 verstarb der verantwortliche Holzbauunternehmer Mr. Boyancier unerwartet. Sein Sohn übernahm später die Firma, war jedoch naturgemäss nicht in sämtliche planerischen und konstruktiven Details des bereits begonnenen Projekts eingebunden. Dadurch entstanden weitere Verzögerungen und verschiedene Ausführungsmängel. Ende 2024 ging die ausführende Holzbaufirma BMS schliesslich in Konkurs. Ab diesem Zeitpunkt musste ich als Entwurfsarchitekt die Fertigstellung selbst weiterführen, offene Bewilligungsverfahren abschliessen und für die verbleibenden Arbeiten neue Unternehmen und Handwerker suchen. Besonders problematisch erwies sich die Konstruktion des Carportdaches. Teile davon mussten nachträglich zurückgebaut, neu konstruiert und statisch verstärkt werden. 2026 ist das Haus weitgehend fertiggestellt. Offen sind vor allem noch Arbeiten an der Umgebung sowie einzelne konstruktive und gestalterische Korrekturen. ProjektdatenWohnfläche: ca. 110 m² Tragstruktur: Betonfundamente und Betonstützen / Holzständerbau Architektur: a100 Architects / Daniel Schulthess, Dipl. Arch. ETH |
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-2026-01 2 Baueingaben abgeschlossen und bewilligt |
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-2025-12 Fassaden-Neugestaltung in Bern ist fertig und erstrahlt in weihnächtlichem Glanz
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- 2025-07 Fertigstellung 'Maison RGB' mit Pergola und neuer Rampe, Carport.
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| Neue Wege zur Inspiration - RGB Maison Interieur - mit der Hilfe von KI | ||||
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Man kann in Internet nach Bildern suchen für das was einem vorschwebt in Sachen Inneneinrichtung - viel direkter kann man sich mit Midjourney (MJ) eine Vorstellung schaffen, in welche Richtung es gehen soll.
Dazu eine Innenperspektive in MJ hochgeladen und einen Prompt erstellt für einen typischen LE CORBUSIER Stil. Gefällt mir besser als die Interieur Bilder, die man im Netz finden kann! Die Technik steht erst am Anfang .. |
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2022-11 Winterthur EFH Ausführung wurde nach erfolgreicher Baueingabe und -freigabe durch die Firma CARAN übernommen. 2022-03 Baugenehmigung Talais erhalten. Winterthur ab 28.6. ebenfalls
2021-12 Baueingabe EF-Reihenhaus Winterthur 2021-09 WeiterEntwicklung Ferienhaus in Talais , nach Gesprächen mit Mairie und Holz-Konstrukteur. 2021-09 Wettbewerb Werkhof Uzwil SG entschieden, ohne Rang. Unser Vorschlag war wahrscheinlich zu kompromisslos auf Nachhaltigkeit und Ökologie ausgerichtet. Dafür sind Schweizer Gemeinden noch nicht bereit. |
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